Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit wegen Alkoholabhängigkeit

Ein Arbeitnehmer hat nur Anspruch auf Entgeltfortzahlung wegen krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit, wenn er diese nicht verschuldet hat, § 3 Abs. 1 EntgFG. Nach bisheriger Rechtsprechung war bei einem alkoholabhängigen Arbeitnehmer im Fall eines Rückfalls von einem „Verschulden“ (medizinisch fragwürdig) auszugehen. Nunmehr entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG v. 18.03.2015 – 10 AZR 99/14), dass das Arbeitsgericht in einem entsprechendem Rechtsstreit ein medizinisches Sachverständigengutachten einzuholen hat, welches die Frage des Verschuldens erklärt. Lässt sich diese nicht eindeutig beantworten, weil mehrere Ursachen für den Rückfall vorliegen, geht dies zu Lasten des Arbeitgebers.